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                               Reiki in der Pflege

    Heilende Hände


http://www.reiki-und-schulmedizin.de/pdf/Eine-heilsame-Verbindung.pdf

http://www.hifas.eu/reiki---wie-sag-ich-s-einem-arzt.html

http://hifas.eu/files/reiki-in-der-klinik.pdf
 


http://hifas.eu/files/demenz-hilfe-im-umgang-mit-demenziell-erkrankten.pdf

 

Reiki in der Pflege – die Praxistipps
 
Donnerstag, 6. September 2012
 
In diesem Artikel möchte ich eine kurze Zusammenfassung geben über die klassischen Anwendungen
und Wirkungen von Reiki in der Pflege. Es wird hauptsächlich um menschliche Zuwendung, basale
Stimulation, Schmerztherapie und praktische Anwendung der Validation dementer Hochbetagter
gehen.
 Die erste Wirkung liegt in der natürlichen Geste der Berührung. Bis vor relativ kurzer Zeit war die
Großfamilie die Regel, wo durch das Zusammenleben von drei bis vier Generationen es jedem
möglich war, sich die individuellen Portionen an Streicheleinheiten zu holen. Unsere Großeltern,
welche genau dieses in ihrer Kindheit noch erlebt haben, wohnen heute allein oder wurden im
Altersheim abgegeben. Das Pflegepersonal kann dieses Defizit an Berührung und Nähe nicht
ausgleichen. Insofern ist es für die betroffenen Personen ein Segen, wenn ein Reiki Praktizierender,
ohne mit Äußerlichkeiten abzulenken, still dem Klienten zugewandt ist, und ihm Aufmerksamkeit und
Achtung schenkt.
Besonders wichtig erscheint dies für schwerst-demente Personen und bettlägerige Patienten. Aus
der Pflege kennt man den Begriff der basalen Stimulation. Hierbei geht es darum, durch gezielte
Stimulation dem Patienten seine Gefühle der Körperlichkeit zu erhalten, bzw. zeitweilig wieder zu
geben. Das therapeutische Berühren beim authentischen Reiki ohne Hast und Unruhe entspricht
genau diesen Zielen. Aus meiner Erfahrung kann ich hier etwas schildern, was sehr oft passiert, und
immer wieder zu Tränen rührt. Bei vielen Schwerstpflegefällen muss man erleben, dass der Körper
sich allmählich zusammen zieht und krümmt. Besonders schnell sind hiervon die Hände betroffen,
welche sich dann kaum mehr öffnen lassen. Wenn eine kranke Person mit Kontraktionen während
der Behandlung Reiki in ihre Hände bekommt, so ist es oft zu beobachten, dass diese Finger plötzlich
nach Einem greifen können, wenn man die Position wechseln möchte. Kontraktionen zu lösen ist
schmerzhaft, aber mit Reiki tanzen Engel in den Händen, versprochen.
 
Die klassischste aller Reiki-Anwendungen ist die Schmerzbehandlung. Jedes Kind versucht
automatisch die Hände auf eine schmerzende Stelle zu legen. Fast alle Pflegefälle haben ausgeprägte
Schmerzsituationen, seien es durch natürliche Verschleißerscheinungen des Alters, oder aus
Krankheitssituationen heraus, oder auch durch Bewegungsarmut und daraus folgendem
Versteifungsschmerz. Dekubitus, das sogenannte Durchliegen, wird versucht, mit großem Aufwand
zu verhindern. Wenn es aber doch passiert, dann verursacht es unsägliche Schmerzen. Schmerzen zu
lindern ist ein hohes Ziel jeder Pflege. Deshalb verweise ich hier auf weiterführende Informationen
im Einführungsartikel Reiki in der Pflege – natürliche Schmerzbehandlung, 
http://hifas.eu/files/reiki-in-der-klinik.pdf
.
Kommen wir nun zu einer weiteren, eher unmerklichen Wirkung des authentischen Reiki vor allem
bei dementen Personen. Demenz ist ein stark zunehmendes Phänomen der modernen Gesellschaft,
vor allem in der Variante der Alzheimer-Demenz (siehe dazu mein Artikel über Demenz:
http://hifas.eu/demenz.html). Sie ist gekennzeichnet von einem ständig fortschreitenden Prozess des
Versagens des Gedächtnisses und der geistigen und kognitiven Fähigkeiten. Die moderne Psychologie
vermutet folgende Zusammenhänge: Wenn es auf das Ende unseres Lebens zugeht, kommen viele
bisher unbeachtete und verdrängte Themen an die Oberfläche. Vor allem aufgestaute Gefühle,
 
Traumata und unerledigte Lebensthemen scheinen noch einmal an Dynamik zu gewinnen. Es geht
darum, diese Themen aufzulösen. Dazu müssen diese Gefühle beachtet und wertgeschätzt werden.
Die therapeutische Unterstützung dazu nennt man Validation nach Naomi Feil, einer
Pflegespezialistin, die schon seit 50 Jahren an Konzepten arbeitet, wie man mit dementen Personen
umgehen kann, um den anstehenden Emotionen wirklich gerecht zu werden. Was dabei bisher
weitgehend außer Acht gelassen wurde, ist der energetische Aspekt dieser Prozesse. Emotionen
kosten Kraft. Jeder von uns kennt die Situation aus eigenem Erleben; wenn man gestresst und down
ist, hat man keine Kraft für emotionales Chaos. Wir reagieren gereizt, wo wir doch besser
Spannungen ausgleichen sollten. Aber unser Energieniveau ist dafür zu gering. Deshalb ist die
regelmäßige Reikigabe in der Pflege ein wunderbares Mittel mit dem Ziel, Energie für Emotionen auf
zu bauen. Mit schwerstdementen Personen im Endstadium sind keine validierenden Gespräche mehr
möglich. Man kann aber beobachten, dass diese Menschen etwas aus der Apathie zu erwachen, und
versuchen zu kommunizieren. Es laufen innere Prozesse ab.
 
Reiki bringt uns in Kontakt mit unseren wahren Bedürfnissen. Krankheiten werden oft als körperliche
Signale einer geistig spirituellen Entwicklung gesehen. Rudolf Steiner soll gesagt haben "wenn der
Mensch nicht mehr weiter wisse, würden die Götter die Krankheit schicken“. Wie bezieht sich diese
Aussage auf einen Menschen am Ende seiner Erdentage? Kann es sein, dass, obwohl im Angesicht
der kommenden Zeitlosigkeit, der Mensch das Gefühl entwickelt, bald keine Zeit mehr zu haben?
Deshalb vielleicht die Demenz, weil keine Zeit mehr für das Tagesgeschehen ist, sondern nur noch
Konzentration auf die inneren Vorgänge? Kann auch hier Reiki helfen? Ja klar, denn Reiki ist und
macht zeitlos. Wer sich während einer Rekibehandlung völlig fallen lassen kann, in den Zustand des
Genießens, ohne aktives Tun, der ist im Zustand der Zeitlosigkeit. Es mag uns schwer fallen, dies zu
verstehen, doch genau durch die Stunde der Reikibehandlung lernt unser Geist die Zeitlosigkeit zu
schätzen. Damit können auch ruhelose Demente im Hier & Jetzt ankern. Es braucht nicht viel
Nachdenkens, dass Hier & Jetzt auch ein Thema für alle Menschen mit Suchttendenzen darstellt.
 
Reiki in der Pflege hat einige Besonderheiten. In einigen Hamburger Pflegeheimen betreue ich
Menschen mit Demenz im Endstadium, Wachkomapatienten und Suchtkranke mit diversen
Folgekrankheiten. Eines haben fast Alle gemeinsam, die stark eingeschränkte Fähigkeit zur freien
Willensäußerung. Oftmals kann ich weder fragen, ob ich behandeln darf, noch ob es irgendwelche
Tabuzonen gibt. Es ist leicht einzusehen, dass viele hochbetagte Menschen Schmerzen in den Hüften
und an den Knien haben. Ehrlicherweise können wir keine Ahnung davon haben, was eine demente
Frau denkt, wenn vor ihr ein fremder Mann steht, der die Hände auf das Becken legt. Wir wissen
nicht, was diese Person erlebt hat, und was ihre Erfahrungswelt ist. Deshalb ist das Allerwichtigste
beim Praktizieren von Reiki in der Pflege die höchste Sensibilität, Wachsamkeit und Achtung den
behandelten Personen gegenüber. In der modernen Pflege von demenziell Erkrankten gibt es eine
wunderbare Entwicklung, die sich Validation nennt. Genau dieses wertschätzende Verhalten trifft
auch auf die Reikibehandlung zu. Wenn wir sensibel die Gefühlsäußerungen beobachten, kann man
auch bei sprachlich eingeschränkten Menschen umfangreiche Behandlungen durchführen, ohne
grenzüberschreitend zu werden.
 
Meine Behandlungen laufen immer nach einem ähnlichen Schema ab. Typischerweise kann ich
niemanden auf eine Reikiliege legen. Die Personen befinden sich im Bett oder im Sessel. Ein Drehen
während der Behandlung ist nicht möglich. Ich beginne mit den verschiedenen Positionen am Kopf.
Dies bringt meist eine sehr schnelle Entspannung, welche gut zu beobachten ist. Wenn ich den
Hinterkopf behandele, scheinen sehr schnell so etwas wie Albträume abzulaufen. Das kann man an
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vielfältigen Körperreaktionen beobachten. Oftmals versucht die Person auch zu reden. Dies scheint
mir ein deutliches Zeichen für den Aufarbeitungsprozess der Dementen zu sein, von dem die
Psychologen reden (hier möchte ich wieder auf meinen Artikel über Demenz verweisen).
 Bei den ersten Körperpositionen gibt es auch fast jedes Mal die gleichen Reaktionen. Die Menschen
scheinen die zusätzliche Energie vom Reiki zu nutzen, um ab zu husten. Typischerweise haben
Menschen mit Demenz im Endstadium Schluckbeschwerden. Somit können sie Speichel nicht
schlucken und atmen deshalb röchelnd oder gurgelnd. Durch die Intervention mit Reiki finden sie die
Kraft zum Abhusten. Dies geschieht zwar oftmals unter sichtbaren Schmerzen, aber sobald dies
geschafft ist, kann wieder frei durch geatmet werden. Dies bringt eine deutlich sichtbare
Erleichterung und erst nachfolgend ist wirkliche Tiefenentspannung möglich. Einen Lappen, um
möglichen Speichelfluss abzuwischen, sollte man immer parat haben.
 Wie weiter oben schon angedeutet, haben fast alle Pflegefälle Schmerzen in den Hüften. Somit kann
man fast immer Zeichen von sichtbarer Erleichterung erkennen, wenn die Hüften behandelt werden.
Aber auch die Knie und die Füße sind dankbare Abnehmer der heilsamen Lebensenergie.
 Es ist sehr schwer, in geschlossene und verkrampfte Hände, zu kommen. Wenn es aber gelingt,
scheint sich jedes Mal ein großes Gefühl der Vertrautheit einzustellen. In diesem Zusammenhang
habe ich eine interessante Erfahrung gemacht. Wir kennen von uns selbst, dass es zum Einschlafen
förderlich ist, wenn ein Kissen oder die eigene Hand ein Ohr
abdeckt. Wahrscheinlich können wir so besser auf unsere
inneren Geräusche achten, was zur Beruhigung beiträgt.
Kleinkinder nutzen dafür ein spezielles Kissen oder einen Teddy
oder so etwas Ähnliches. In der Pflege kann ich ähnliches
Beobachten. Wenn ich es schaffe, mit meiner einen Hand in die
Handfläche der betreffenden Person zu kommen, und meine
andere Hand auf ein Ohr aufzulegen, scheint echte
Glückseligkeit zu fließen. Normalerweise erlebt man dann sehr schnell alle Anzeichen eines tiefen
und gleichmäßigen Schlafes.
 Hier möchte ich eine weitere Empfehlung im Zusammenhang mit den Händen geben. Wenn man es
schafft, Hände mit Kontraktionen (die zusammenziehende Versteifung) wieder etwas beweglicher zu
machen, dann lohnt es sich wirklich, zu versuchen, die beiden Hände des Patienten wieder in Kontakt
zu bringen. Es ist höchst erfreulich, wenn wir helfen können, dass die betreffende Person sich endlich
wieder gegenseitig die Hände berühren, ertasten und streicheln können.
 
Bei bettlägerigen Menschen besteht immer die Gefahr des sog. Durchliegens, des Dekubitus. Leider
kann man diese Patienten nicht so umherwälzen, dass man mit den Händen gut an diese
Körperstellen kommt. Außerdem scheinen es höllische Schmerzen zu sein, die von den betroffenen
Körperpartien ausgehen. Entsprechend sensibel muss man agieren. Allerdings ist auch hier der Lohn
gewiss, denn wenn man mit seinen Reikihänden in die Nähe dieser Stelle kommt, wird sofort
Erleichterung und Entspannung sichtbar. Einer Klientin hat es dabei sichtbar Freude bereitet, wenn
ich über dieser Stelle mit meinen Händen Reikisymbole gezeichnet habe.
 Die Verdauung bzw. Ausscheidung ist ein weiteres zentrales Thema in der Pflege. Normalerweise
benötigt der Darm die körperliche Bewegung zur Stimulierung der eigenen Bewegung. Bei
Bettlägerigkeit oder auch bei Bewegungsarmut kann es zur Darmträgheit kommen, bis hin zur
 Verstopfung. Scheinbar verhilft die Aktivierung durch Reiki auch dem trägen Darm einigen Schwung.
Dies trifft nicht immer die volle Freude des Reiki-Praktizierenden, wenn die Klienten im Pflegebett die
Behandlung nutzen, um dynamisch in die Vorlage zu rummeln. Auch beim Pflegepersonal macht man
sich damit nicht unbedingt Freunde. Hier hilft es tatsächlich nur, ganz offen mit dem Pflegepersonal
zu reden. Meiner Erfahrung nach sind die meisten Angestellten in der Pflege mit vollem Herzen
dabei, und ihren Bewohnern sehr zugetan. Jemand, der Reiki praktiziert, ist immer noch recht
ungewöhnlich, und deswegen trifft man auf offene Neugier. Wenn man hier kompetent antwortet,
und ehrliches Interesse für die Situation in der Pflege zeigt, wird man sehr schnell akzeptiert und
unterstützt.
 Bei der Behandlung von demenziell Erkrankten muss noch etwas beachtet werden. In der Pflege gibt
es das Konzept der basalen Stimulation. Es geht darum, die körperliche Wahrnehmung zu erhalten.
Wenn eine Pflegekraft einen Bewohner basal wäscht oder lagert, wird sehr stark darauf geachtet,
dass permanenter Körperkontakt besteht. Würde man den Körperkontakt unterbrechen, und die
Tätigkeiten schrittweise durchführen, würde der Demente jedes Mal vergessen, dass da jemand ist,
und sich bei jeder neuen Berührung neu erschrecken. Diese Erkenntnisse sollten wir auch für das
Reiki übernehmen. Praktisch heißt dies, zur Begrüßung und ersten Ansprache wird als Kontaktpunkt
die Schulter berührt. Von diesem Moment an sollte immer eine Hand am Körper bleiben. Die
Positionswechsel der Hände werden also schrittweise durchgeführt, eine Hand bewegt sich, die
andere verbleibt im Kontakt, und wird dann nachgezogen, wenn die erste Hand ihre neue Position
eingenommen hat. Bitte auch möglichst in Körperkontakt bleiben, wenn man beispielsweise auf die
andere Seite des Bettes geht. Wenn der direkte Kontakt einmal unterbrochen wurde, beispielsweise,
weil die Hände nicht direkt aufgelegt wurden, sondern im Abstand gehalten, dann immer wieder das
Begrüßungsritual durchführen – Berührung der Schulter und beruhigende Ansprache. Demente
scheinen es auch zu mögen, dass man möglichst in Augenkontakt bleibt.
 
Parkinson-Patienten haben, spirituell gesehen, ein Problem mit ihrem freien Willen. Deshalb ist es
hier besonders wichtig, wie der Kontakt hergestellt wird, und was bei der Behandlung getan wird.
Einfach die zitternden Hände zu nehmen, um sie zu beruhigen, kann Angst oder Panik auslösen. Die
klassische Behandlung hier ist immer die Berührung beider Schultern, bei verständnisvollem
Augenkontakt. Erst bei hergestelltem Vertrauensverhältnis können die Hände an den Kopf gelegt
werden. Dann allerdings beruhigt sich das Zittern recht schnell.
 Bei jeder Art von Angst oder innerer Unruhe hilft oftmals folgendes Vorgehen. Zuerst wie immer
Kontakt an der Schulter und die direkte Ansprache. Dann sollte man versuchen, die eine Hand der
Person zu ergreifen, und dann die andere Hand von der Schulter direkt auf den Rücken zu führen.
Wenn die Hand in der Mitte unter den Schulterblättern zu liegen kommt, scheint sich die
beruhigendste Wirkung einzustellen. Die hilft auch Dementen mit notorischem Bewegungsdrang und
Fluchttendenzen.                                                     
In vielen Pflegeeinrichtungen ist es üblich, dass ständig Fernseher laufen, oder irgendwelche Musik
gedudelt wird. Auf individuelle Vorlieben wird da keine Rücksicht genommen, und ist oftmals wegen
mangelnder Kommunikation auch gar nicht möglich. Umso wichtiger empfinde ich es, zu
Reikibehandlung immer CDs mit entsprechender entspannender und heilsamer Musik mit zu bringen.
Ich persönlich habe dabei sehr gute Erfahrungen gemacht mit der heilsamen Musik von Hildegard
von Bingen.  
Generell denke ich, dass in jeder Pflegeeinrichtung das Personal in Reiki ausgebildet sein sollte,
zumindest einige Personen. Manche Pflegeeinrichtungen geben viel Geld für die Einrichtung von
Snoezelen Räumen (spezielle Entspannungsräume) aus. Reiki ist Snoezelen in Bioqualität!
 In der Pflege muss man sich häufig mit den Fluchttendenzen der Bewohner auseinander setzen. Jeder
sehnt sich nach dem, was er sein Zuhause nennt. Zuhause ist dort, wo man alles darf und sich wohl
fühlt. Wenn die Pflegekräfte versuchen, mit dem Verstand gegen den allgegenwärtigen ‚Nach-Hause-
Wunsch‘ an zu argumentieren, erreichen sie meistens recht wenig. Reiki zu geben, ist eine Art der
nonverbalen Konversation, mit der gesagt wird, hier bist Du willkommen, und ich bin da für Dich.
 Vor einigen Jahren hatte ich angeboten, in einem Kinderhospiz ehrenamtlich Reiki zu geben. Mein
Ansinnen ist damals abgewiesen worden mit der Bemerkung, „... wir mögen diese Energie nicht,
denn die Kinder könnten damit ja leichter sterben…“. Leben und Sterben ist Eins, und es leichter zu
machen, sollte grundsätzlich das Bestreben jeden heilerisch Tätigen zu sein. In der Ärzte Zeitung vom
20.06.12 wird gefordert, das Sterbende spiritueller behandelt werden sollten. „Der Fokus der
Behandlung sollte nicht ausschließlich auf den körperlichen Symptomen liegen." Ich finde, dem ist
nichts hinzu zu setzen.
 
Grundsätzlich ist jeder Reiki-Praktizierende in jedem Pflegeheim ein Segen in Momenten von
individueller oder kollektiver Unruhe, bei Ängsten oder Panikattacken, in Fällen von Aggression oder
Gewalt, bei epileptischen Anfällen, Herzrasen, Zuckerschocks oder ähnlichen Situationen. Reiki
ersetzt dabei nicht die medizinische Behandlung, kann aber beruhigen, und manchmal helfen, die
Zeit zu überbrücken, bis beispielsweise der Notarzt da ist.
 
Eingangs hatte ich angedeutet, dass Reiki zeitlos macht. Es schafft innere ‚Frei-Zeiten‘, um längst
Verdrängtes aufzuarbeiten. Eine weitere Besonderheit der Reiki-Betreuung von Pflegebedürftigen
liegt im Luxus der Zeit für die Betreuenden. Eine typische Betreuungskraft, welche beispielsweise
eine demente Person eine lang Stunde besucht, liest vielleicht aus der Zeitung vor, hinterher noch
eine Geschichte aus einem Buch, und dann wird noch ein Lied gesungen …
 
Dies ist alles gut und notwendig. Hinterher wird in den Bericht für das Betreuungstagebuch
geschrieben, dass Frau ‚Wrttlprmpft‘ heute sehr müde, oder recht aktiv war, oder ähnliches. …
 
Eine viel bessere Qualität kann die Betreuungsakte bekommen, wenn jemand Zeit zur Beobachtung
hat. Während der Behandlung lenke ich die Klienten durch nichts ab. Leise Entspannungsmusik
schirmt etwas von den Umweltgeräuschen ab, welche in einem Pflegeheim beträchtlich sein können.
Die Empfänger können ganz bei sich bleiben, oder überhaupt erst zu sich kommen. Wenn ich
Menschen betreue, welche noch sprechen können, kann es passieren, dass sie unter dem Einfluss
von Reiki manche Geschichten erzählen, die tief verdrängt waren, und von denen Keiner etwas
wusste. So habe ich schon oft Details aus einer Kindheit erfahren, die in keiner Biografieakte
standen, aber in wesentlichem Zusammenhang mit der heutigen Situation der dementen Person
stehen. Sehr vieles am Verhalten von demenziell Erkrankten kann man sich nur aus einer guten
Biografiearbeit erklären. Viele Biografieakten der heute Hochbetagten sind arg dürftig, weil
unsere älteren Generationen es nicht gewohnt sind, über ihre wirklichen Erlebnisse zu reden. Selbst
nächste Angehörige wie Ehepartner und Kinder kennen viele Zusammenhänge nicht, von denen man
damals sagte: darüber redet man nicht! Überkommene Wertvorstellungen und Glaubensätze prägen
das Denken und Verhalten vieler Generationen. Durch aufmerksame Beobachtung und gute
 
Dokumentation kann ein guter Reiki-Praktizierender auch einen wesentlichen Beitrag liefern für die
generelle Pflege und Therapie der betreffenden Person.
 
Dieses trifft in gewisser Weise auch zu bei der Reiki-Betreuung von Menschen, die nicht mehr
sprechen können. Da während der Behandlung meine ganze Aufmerksamkeit den Klienten
zugewandt ist, habe ich einen Vorteil gegenüber jeder anderen Person in der Pflege. Wenn ich jede
Woche eine halbe Stunde nur beobachte, kann ich Beobachtungen dokumentieren, dies sonst im
Pflegealltag nicht zu erfahren sind. Dies kann beispielsweise deutliche Ergänzungen zum
Schmerztagebuch der betreffenden Person liefern.
 
Zweifellos ist der Dienst in einem Pflegeheim mit körperlichem und seelischem Stress verbunden.
Deshalb kann ich auch aus diesen Gründen allen Angestellten in Pflegeberufen nur empfehlen, Reiki
zu praktizieren.
 
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass Reiki in der Pflege seine besonders segensreichen
Wirkungen entfaltet bei der Behandlung von Schmerzen jeder Art. Ein innerer Sinn entfaltet sich bei
der Energiegabe an demente Menschen, damit diese die Kraft erhalten, um ihre emotionalen
Prozesse durchzuführen und auch zu ertragen. Im Übrigen muss auch der Heiler / Pfleger stark genug
sein, um diese emotionalen Reaktionen seines Gegenübers zu verkraften.
 
In diesem Sinne wünsche ich gute Erlebnisse beim Praktizieren von Reiki in der Pflege.
 
herzlichst
 
 
Frank Sohr
 
 
Copyright: Frank Sohr www.hifas.eu
 
 
Bei Verwendung des Textes bzw. von Auszügen erbitte ich die Angabe der Quelle
 

 

 

 

 

 

 

 

     

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